MDF auf Keilrahmen

Vor kurzem richtete sich eine Malerkollegin, die mein Buch hat, mit einer Frage an mich. Sie hatte eine dünne MDF-Platte auf einen Keilrahmen aufgezogen und grundiert, da sie dann mit Struktur dort drauf arbeiten wollte.

Sie hatte die Platte verleimt wie verschraubt mit dem Keilrahmen exakt wie im Buch beschrieben. Nach der Beschichtung hatte sich das Ganze zu einem Flitzebogen verzogen. Möglicherweise ist das auch schon anderen passiert.

Mein Tipp:
MDF aufgeleimt und verschraubt ist kein Problem für gewöhnlich. Ich habe so zum Beispiel viele Male eine 3 mm starke Platte 120x120 cm auf den Keilrahmen aufgebracht.

Das Holzmaterial arbeitet - so auch die MDF, das ja nur noch aus Holzmehl und viel Leim besteht. In Form gehalten wird alles nur durch den Keilrahmen, und der muss stark genug sein. Das ist wichtig. Je größer das Format, um so stärker der Holzrahmen dahinter.120x120 braucht zum Beispiel ein Kreuz UND den breiten Keilrahmen.

Ein weiteres: der Keilrahmen muss gut durchgetrocknet sein. Heute ist das nicht mehr der Fall, wenn man den Keilrahmen kauft. Ich löse das, indem ich einen Vorrat habe und das Keilrahmenholz selbst lagere.

Selbst normale Leinwände ohne große Beschichtung können sich verziehen, wenn das Keilrahmenholz zu feucht ist. Und man kriegt das Ganze häufig nicht mehr gerade.

Vielleicht bekommt man die beschichtete Platte noch ab und setzt sie auf einen neuen Rahmen? Oder man schraubt einen stabilen Rahmen dahinter? Es wäre ein Versuch wert.