2017-11-06

Assistenzen-Kurzvorstellung

Essenerin Kerstin Lange erfüllt im besten Sinne die Funktion einer versierten Kursorganisation.

Silke Wierig-Rautenberg wird die MONTAGS-MALKLASSE als Nachfolgerin von Ute Hoeg leiten. Sie ist langjährige, erfahrene Schülerin von mir, ist zudem erfahrene Lehrerin und hat praktischen Sinn für das Weitergeben von Inhalten.

Monika Dörner ist Masterclass-Studentin seit Jahren gewesen, bevor ich ihr mein Anliegen weiter gab, dass sie nun die 2-Tages-Workshops von mir in Essen übernehmen solle. Sie ist engagiert und von einem inspirierendem Grundnaturell. Es werden alle ihre Freude daran haben. Sie taucht immer wieder in die feinstoffliche Arbeit mit ihrer Lehrerin ein.

Soussen - Susanne Fornasier aus München hat bereits in der Vergangenheit assistiert und baut seit der zweiten Hälfte 2016 in München Malklassen wie Kurse auf / in der Akademie Wildkogel, Stephan Nitzl, meinem dortigen Organisator. In meinem Haus führt sie Workshops durch.

Gabi Tessaro macht erfolgreich seit Jahren die Kunstschule in Schaffhausen/CH und ist eine versierte Lehrerin im Weiterreichen meines Kunstansatzes. Ab 2017 leitet sie mit mir einen Kurs am Bodensee und führt eigenständig wie in der Kunsteinrichtung artteams, CH Kursangebote durch.

Petra Heggen hat in Monschau, Eifel, eine Malschule eröffnet, die sich des process painting of intuitive power verpflichtet fühlt. Gemeinsam abgehaltene Kurse sind in Planung.

Gabriele Musebrink

 


 

2016-12-22

SONNTAG, 9. JULI 2017: WIR WERDEN 20 JAHRE ALT

Die Hofwerkstatt mit der in ihr integrierten Kunstschule Musebrink ist vor nunmehr 20 Jahren offiziell eröffnet worden und dem möchten wir gebührend begegnen. Neben einem Workshop von Petra Heggen in der Malwerkstatt, wird eine Ausstellung präsentiert, die von Ute Hoeg und Gabi Tessaro erläutert wird. Im Hof wird unter einem Zeltdach kreatives Arbeiten zum Mitmachen angeboten: Ricarda Laber, Susanne Fornasier und Ulf Obermann-Löwenstein führen praktisch in die INTUITIVE PROZESSMALEREI ein. Gabriele Musebrink hat ihr Atelier geöffnet.

Fühlen Sie sich eingeladen, kommen Sie zahlreich. Von 14.00-20.00 Uhr sind wir aktiv für Sie / Euch und mit Ihnen / Euch. Unsere Ateliernutzerin, Opernsängerin Helga Wachter ist auch der leichten Muse fähig und wird vielleicht auch zu diesem Tag etwas beitragen können. Vera Moss als langjährige Nutzerin des Atelierraums und nun im eigenen Atelier zu Hause gehört natürlich mit in diesen Verbund von 20 Jahren.

Gabriele Musebrink

 


 

2016-11-29

ST.ART Contemporary Art Straßburg 2016 erneuert ihren Auftritt!

Rund ein Drittel der Kunsthändler, die sich für die diesjährige ST-ART beworben haben, wurden abgelehnt: Man wolle neue Akzente setzen und die Qualität verbessern, erklärte Messechef Philippe Meder. Zu den zugelassenen Galerien aus Deutschland gehören die Newcomer Neue Kunst Gallery aus Karlsruhe und Luzia Sassen aus Köln. Sie hat in ihrer Nische neben Werken von Gabriele Musebrink auch die verbildlichten Wortmalereien des Kölner Star-Künstlers Saxa hängen.

Kunstmesse in Straßburg will nach oben - Artikel auf ZEIT ONLINE
DIE ZEIT, 28.11.2016

 


 

2016-05-01

Aktuelle Kunstpublikation G. Musebrink

Ich möchte Sie darüber informieren, dass auch der neue Band "Internationale Kunst Heute - 2016" mit meiner Präsentation nun online ist unter:

Hier geht es zur Publikation

 



2014-12-31

Gabriele Musebrink in ATELER MAGAZINE vertreten

Gabriele Musebrink beschreibt in dem belgisch-holländischen Kunstmagazin ATELER MAGAZINE ihre Art zu Arbeiten. (Ausgabe 174, Dez.14/Jan.15)

Zum Artikel

 


 

2014-04-06

ATELIERSHOOTING....

Boesner Katalog 2014/2015

Gabriele Musebrink ist in dem neu erscheinenden Boesner Katalog 2014/2015 mit ihrer Kunst in ihrem Atelier präsentiert.

Zur PDF

 


 

2013-11-15

Reise nach Bhutan . 17. Oktober - 8. November 2013

hier gelangen sie zur Diashow

 


 

2012-05-14

MÖCHTEN SIE MIT MIR FEIERN?

Unlängst schrieb mir ein kunstinteressierter Schaffender ein ganz wunderbares Statement, was mich tief berührt und gefreut hat. Es hat mich für mich UND für ihn gefreut. Denn, so wie ein Bild durch die Augen des Betrachters lebt und gesehen wird, so ist das natürlich auch in diesem Fall: der Beschreibende und das Wahrgenommene sind nicht voneinander getrennt! Seine Worte sind gewesen:
"Die Art Ihrer Malerei fasziniert mich. Die kraftvolle, tiefgründige und doch freudvolle Vitalität Ihrer Bilder, die alles umfassen, was die Geworfenheit unseres Denkens und Empfindens ohne Chance auf Vollendung zusammenhält, gerade weil sie jenseits des Konventionellen liegen, ist Spiegel und Freiheit zugleich." H.S.

Vor über 15 Jahren hatte ich noch gar nicht ahnen können, dass ich solche Rückmeldungen jemals erhalten werde. Zurückhaltend und tastend fing ich an die Liebe zum Weiterreichen der Kunst in ein ganzheitlich ausgerichtetes Haus, der HOFWERKSTATT, einmünden zu lassen - die Vision, dass es eine ruhige Insel im lauten Getriebe abgeben könnte.

Durchaus ist das ein gelungenes Exempel geworden - mit der Einschränkung, dass das, was hier durch mich und andere LehrerInnen geschieht, stets nur ein Angebot und Selbst-Erinnerung sein kann. Wir alle haben es nicht in der Hand.

Lasst uns zusammen diese Einrichtung HOFWERKSTATT mit der ihr integrierten KUNSTSCHULE MUSEBRINK feiern, die nunmehr 15 Jahre alt wird!




TAG DER OFFENEN TÜR | SA 23. Juni 2012 | 13-19 h
13 h | Ausstellung von Gabriele Musebrink und ihren Assistentinnen:
Ute Hoeg, Stellvertretende Leitung Kunstschule |
Diete Vosbeck und Sigrid Spee, Vertretung Malklasse
14-17 h | Demonstrationen, Vorträge, Kinderaktion und Workshops
17-17.45 h | Konzert der Gruppe WILDES HOLZ
18-19 h | Ateliergespräch bei Wein und Herzhaftem im Atelier Musebrink


in der Sibyllastraße 15, 45136 Essen-Süd.
Weitere Informationen unter www.hofwerkstatt.de

Viel Freude beim Besuch unserer Ausstellung und des Tags der offenen Tür!

Gabriele Musebrink

 


 

2011-11-10

FARBE VOR LIEFERWAGEN


Alte tibetisch buddhistische Göttergeschichte: So unheilig wie der obige Titel zu meinem Bericht kam uns die Präsentation der Studenten und Lehrer in der "School of Performing Art" in Dharamsala, Himachal Pradeh in den Ausläufern des Himalaya in Nordindien vor. Dharamsala ist der Exilwohnsitz des Dalai Lamas.


Vielleicht sollte ich besser sagen: es fehlte die Scheinheiligkeit? Dafür paarte sich unernste Ernsthaftigkeit mit Menschlichkeit. Wer es in der Hitze nicht mehr aushielt, ging auch schon einmal vom Bühnengeschehen weg, lief Richtung geparktem Lieferwagen, der auch auf dem Hof der Performance stand und holte Trinkwasser aus dem Haus dahinter. Das und ähnliche Aktionen stellten ganz offensichtlich kein Problem dar.

Es ging wenig um das Einhalten perfektionistischer Darbietung als einfach alte Götter- und Dämonenwelten mit ihrem hohen Symbolgehalt wieder zu geben. Diese Aufführungen vermitteln die Inhalte der Lehre - früher wie heute. Und wenn ich an die Unterrichtsstunden mit Tashi, meinem Thanka-Paint-Lehrer im tibetischen Viertel denke, so gehört die Lehre zum Alltag so dazu wie das zu sich nehmen von Malzeiten.

Woran wir in unseren Kulturkreisen auch nicht mehr denken: noch vor 50 Jahren war es eher üblich, dass die einfache Bevölkerung nicht oder wenig lesen konnte. Das war für Tibet so, dass ist für Indien so.

Hans und ich saßen auf jeden Fall in dem Moment der Darbietungen als einzige Europäer unter den Tibetern und staunten in eine auf den verschiedensten Ebenen uns fremde Welt! und konnten uns kaum losreißen.

Gabriele Musebrink

Videoclip zum Artikel

 


 

2011-07-11

WAS IST DENN "VOR" DEM BILD? - Ein etwas anderes Mallorca ...

Die Filmemacher "Rollas" kamen auf mich zu und fragten: "Sag mal, hättest du nicht Interesse daran, mit anderen Künstlerkollegen nach Mallorca zu fahren? Dann mal gucken - Wir wissen auch noch nicht mehr." Ja, sagte ich einfach offen und dennoch mit einer kleinen Einschränkung "Oh Gott, nach Mallorca!" Dies wäre, so dachte ich damals, die letzte Insel, auf die ich hinfliegen würde.

Es rückte der Zeitpunkt näher und ich fragte mich das, was ich stets tue, wenn ich verreise: "Was nehme ich denn so an Arbeitsmaterial mit?" Die beiden Kollegen waren mir nicht weiter bekannt. Nur erfuhr ich, dass es "Acryller" sind, experimentell arbeiten und dass dort vor Ort im Künstlerbedarf auf der Insel eingekauft werden sollte. Mnnnn - für mich fühlte sich das nicht stimmig an. Wahrscheinlich mache ich dann ein ganz ähnliches Gesicht, wie ich es von einem Foto von Picasso kenne: ich gucke etwas grimmig und ziehe mich in mein Atelier zurück.

Wenn ein vollständiger Film über die "Entstehung eines Bildes" von mir mal gemacht werden sollte, so müsste er eigentlich mit diesem Gesicht und dem stillen Sein im Atelier beginnen, wie ich herum gehe, betrachte, im schwarzen Korbsessel sitze und in mich hinein spüre.
In diesem Raum wurde dann auch schnell klar, was ich Menschen, die mich kennen über meine Arbeit, gerne präsentieren möchte: nämlich den Prozess VOR dem fertigen Bild.

Für mich und der mir stimmigen Herangehensweise wäre es völlig gestellt, wenn ich an einem mir fremden Ort große Leinwände, Marmormehlsäcke, riesiges Pigmentsortiment und anderes auffahren würde. Was für mich typisch ist: dass ich wandere, das Skizzenbuch und ein Minisortiment an Material dabei habe. Ich ergehe mir die Rhythmik, die Farbig- und Stofflichkeit der Eindrücke vor Ort.

Für einen ersten Eindruck über Mallorca bediente ich mich dann des neuen Mediums, dem Internet und gab das Stichwort "Mallorca" ein, da ich eigentlich bis zu diesem Zeitpunkt nur etwas gehört hatte von Strandpartys und Hotelklötzen. Völlig überrascht erschienen dort Bilder von Bergen, von stillen Strandbuchten und Beschreibungen von ursprünglicher, liebevoller spanischer Gastlichkeit. Da gab es wohl etwas zu korrigieren in meinen Vorstellungen über Mallorca. Ich gucke weiter - fand das Stichwort "Dolomitgestein" und "Mergel" wurde immer interessierter - sah dann Bilder von farbigen Gesteinswänden in Orange, Weiß, Gelb und Schwarz.

An dem Punkt kristallisierte sich in mir klar der innere Focus heraus: diesen Farben und diesem Gestein wollte ich auf die Spur gehen. Das zog mich in seinen Bann. Ich ging in meinen Kartenladen und bestückte mich mit Wanderkarten über diese Region.

Die nächste Station war dann wieder mein Atelier, in dem ich herum ging und mein Arbeitsmaterial anschaute. Was zog mich hier an? Wo ging die Hand hin und wollte mitgenommen werden neben Skizzenbuch, Bleichstiften, Tusche, Stachelschweinborste wie Japanfeder? Ich stellte es mir auf meinem Arbeitsplatz zusammen, überlegte mir die Behältnisse für die Dinge - bekam praktische Unterstützung durch die Malklassenteilnehmerin Karin, die leichte Schraubgefäße aus ihrer Apotheke mitbrachte - der Materialkoffer setzte sich langsam zusammen.
Es war wenig und dennoch so schwer, dass nur wenig Kleidung mitkam ins Handgepäck - das Übliche.

Die ersten zwei Tage dieser Mallorca-Woche waren dann das Wandern in Begleitung meines Mannes Hans. Und tatsächlich: diese Berglandschaft auf Mallorca bot im Mai eine Mischung aus Lieblichkeit, Mystik und großartigen Panoramen. Leichte Laufrouten sind eher stark benutzt von großen Wandertrupps und Mountainbikefahrern - schwere Routen sind dagegen einsam und dem Wanderer eröffnen sich leicht die Geräusche des Atmens der Natur.

Angekommen an diesen riesigen Farbsegmenten im grauen Gestein, die ich mir genau anschauen wollte, stellte ich fest: es gab absolut keine Sande dort, die ich hätte in meinen Tüten mitnehmen können. Es handelte sich um kristalline Ausblühungen. Aus der Nähe betrachtet, sah es so aus, als wenn der Berg Farbe ausgeschüttet hätte.

Dieses Naturphänomen leitete mich folgend in meinen Experimenten zu Schüttungen von Marmormehl in Knochenleim und Ausblühungen von Beizen, Tuschen unter zu Hilfenahme von Terpineol. Eine Ecke auf der Finca, die etwas geschützt war, bot Platz für mein "Miniatelier", welches zuvor schon in unserem Schlafraum Platz gefunden hatte.

Diese Experimente auf Papier und eine Sequenz der Wanderung mit der Schönheit dieser Landschaft sind vom Filmteam "Rolla" in Bildern eingefangen worden. Wer sich das anschauen möchte, ist herzlich eingeladen auf die Webseite von der Firma geistreich zu gehen.

Gabriele Musebrink

 


 

2011-07-11

SEIN-Lassen

Wenn ich an die Arbeit hier in der Kunstschule denke, so ist es wohl das, dass meine Assistentinnen und ich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen darin unterstützen, sich auszuprobieren, etwas entstehen zu lassen und sich darin zu erfahren, was sich dann zeigt. SEIN-Lassen - und in diesem Prozess der Vielgestaltigkeit technische Fertigkeiten in differenziertester Form zu erlernen.

Es ist eine Freude hier in Ute Hoeg, meiner Assistentin in der Kunstschule in Essen, eine wahre Wegbegleiterin gefunden zu haben, die aus dem gleichen Ursprung wie technischen Basis mit Menschen arbeitet.
Dieser folgende Artikel eröffnet "ihren Standort" in eigenen Worten und dokumentiert in Bildern ihre künstlerische Bildsprache.

Gabriele Musebrink

UTE HOEG

"Es gibt ein Prinzip beim Träumen - es ist die Bescheidenheit des Zufluchtsortes " Bachelard

Dieser Satz hat für mich in unserer zunehmend übersättigten, konsumorientierten, scheinbar wertelos gewordenen Welt immer mehr Gültigkeit.
Meine Zufluchtsorte finde ich neben der Natur in der Musik, Lyrik und natürlich in meiner Malerei. Die Klänge eines Klaviers (Eric Satie) oder die Poesie des begnadeten Dichters R.M.Rilke berühren mich zutiefst und sind meine wichtigsten Inspirationsquellen.

Sie begleiteten auch die Entstehung des hier vorgestellten Werkzyklus "SEIN-lassen". Es sind neue Arbeiten auf Papier im kleinen Format.

Ohne Planung fange ich an, gehe spielerisch einen Dialog mit dem Geschehen auf dem Papier ein, teils meditativ suchend, teils impulsiv einschreitend. Außer Marmormehl kommen Tuschen, Beizen, Pigmente und auch der Bleistift zum Einsatz - und irgendwann lasse ich es SEIN.

Der Ausspruch "Lasst es SEIN", (Prof.Dr. Qi Yang) wurde mein künstlerischer Antrieb für die malerische Untersuchung von Eindrücken, Stimmungen und Gefühlen.
Und diesen Rat kann ich in Gabrieles Kunstschule leben und als Assistentin an andere weitergeben. Ich bin ihr unendlich dankbar dafür.
Auch möchte ich mich für das Vertrauen meiner WS Teilnehmer bedanken, und freue mich darauf, die Vision von Gabriele und mir weiterhin mit euch zu teilen.

Ute Hoeg

" Kunst ist nicht ein Sichverständlichmachen, sondern ein dringendes Sichselbstverstehen; je näher sie also ihrer innersten, einsamsten Anschauung und Vision kommen, je mehr ist erreicht, und wenn auch keiner sonst es verstände."

R.M.Rilke

zur Galerie Werkzyklus "SEIN-lassen" von Ute Hoeg

 


 

2011-05-20

DIE WÜSTENFÜCHSIN

Es ging parallel: ich fragte Susanne Fornasier, ob sie die Assistenz machen möchte in der Fresko-Malreise Toskana 2011 und sie war gerade dabei für zwei Jahre nach Arabien mit Mann und Kind zu gehen. Doha, Qatar ist seit September 2010 ihr neues zu Hause. Und dennoch - sie sagte nach Rücksprache mit ihrem Mann sofort JA. So wird Susanne, genannt Suse, also aus dem Orient anreisen, um in der satten, italienischen Landschaft sich dem Piero della Francesca, dem Sumpfkalk und einer Gruppe lieber Menschen zu widmen.

Suse ist Malschülerin von mir gewesen und in Sachen Kalk eine versierte Künstlerkollegin geworden. Und was mich total gefreut hat zu hören, dass sie das experimentelle künstlerische Arbeiten zwischen Sand und viel Wüste als Kunstlehrerin weiter vermittelt.

"In Doha unterrichte ich auch Kunst. Zum einen unterrichte ich die Kinder der deutschen Schule und zum Anderen gebe ich Kurse für Erwachsene zum Thema Strukturpasten. Da viele Materialien, die wir in Deutschland bzw. Europa kennen, in Doha nicht zur Verfügung stehen (z.B. Mamormehl oder Marmorgries) sind die Bilder hier viel archaischer und nicht so feinstofflich. In meinen Kursen stellen wir die Strukturpasten aus Acrylbinder und den Sanden her, die wir hier finden."

Suse ist absolute Praktikerin, hat einen technisch-handwerklichen Hintergrund und versteht ihre Arbeit als fühl- und greifbar. Sie hat eine ganz ursprünglich in ihr verankerte Vorliebe für Strukturpasten und muss alle in ihr verankerten Talente verknüpfen. Sie kann gar nicht anders.
Ich bin daher gespannt, wie das Leben zwischen Verschleierung, Armut und Reichtum sich künstlerisch auswirken wird.

Felix, ihr Sohn, wurde vor kurzem in die deutsche Schule in Doha, Qatar eingeschult. Klein und kuschelig ist die Schule. In Felix' Klasse sind 11 Schüler. Die ganze Schule hat 84 Schüler (Klasse 1-9) und 54 Kindergartenkinder (inkl. 2 Königsenkel vom Emir).
Felix' Lehrerin ist echt cool. Sie sieht aus wie eine Surferbraut mit Dreadlocks und macht einen sehr kompetenten Eindruck.

Sie lebt dort natürlich einen Alltag mit allem, was dazu gehört. Und soweit es möglich ist, geht es ins Umland. So, beispielsweise, sind sie in den Oman geflogen. "Ist das ein schönes Land. Glaubt es oder nicht, aber sie haben Berge, die hÃöer sind als die Zugspitze. Die Leute sind unglaublich freundlich und doch auch etwas offener als hier in Doha. Doha ist schon sehr konservativ. Einen Tag haben wir eine Wadi-Tour gemacht (Wadi: zeitweilig ausgetrocknetes Flussbett) und haben uns Wadi Shab und Wadi Tiwi angeschaut. Hat bei Beiden etwas extrem Abenteuerliches."

Auch eine erste Wüstentour war drin. "Ein Kollege meines Mannes, Martin, hat schon etwas mehr Erfahrung und hat uns eine kurze Einweisung gegeben. So richtig mit Luftablassen aus den Reifen, wie fahre ich ohne stecken zu bleiben, was mache ich, wenn ich stecke bleibe etc.
Angefangen haben wir mit kleinen Huckeln und bis wir uns zum Schluss auch auf hohe Sanddünen rauf getraut haben. Übrigens, den Wagen, den die Jungs raus schieben mussten, war der von unserem "Einweiser" Martin. In Summe ist er 3x steckengeblieben!!!!!!!!!!!!!!!!!! An diesem Tag testete er, wie weit er mit nur einem 2-Rad-Antrieb kommt. Ging erstaunlich gut."

Die Malreisenden der Toskana können sich auf diese Praktikerin an meiner Seite freuen.

Gabriele Musebrink

 


 

2011-04-04

GESTALT GEWORDENE EINDRÜCKE

Wie Relikte, die man sammelt - Steine, Flechten, Tiergerippe und anderes - fallen Eindrücke in uns hinein, werden dort aufgehoben und kommen unreflektiert - doch innerlich unbemerkt weiter bearbeitet - wieder in uns hoch, um eine neue Gestalt anzunehmen. Dies kennt gewiss jeder. Und wie und wann sich diese Eindrücke zu Bildern formen hat seine ganz eigene Dynamik. Und wer mich arbeiten sieht, fragt mich häufig, woher die Ideen kommen. Meine Antwort: Sie kommen aus einem Raum, den ich nicht beeinflussen kann.

Drei Bilderreihen finden so ihren Ausdruck seit der ersten Reise (2009) in den Himalaya, zu dem Platz des Dalai Lamas und der zweiten Reise (2010) mit der 6-Tage-Tour in den Himalaya und dem Unterricht bei einem Thanka-Painter Lehrer.

Reihe Himalaya

Bereits mehrere Monate zu Hause, irritierten mich an den neu entstehenden Bildern eine ungewohnte Farbigkeit, Struktur mit Spalten wie Abbrüchen und eine partiell starke Landschaftsbezogenheit. Langsam fing ich an zu begreifen, dass die HIMALAYA-Eindrücke der Trekkingtour und die Zeit dort mit ihren Kontakten zu Tibetern, zu meinem Thanka-Painter Lehrer und den tibetischen Tempeln, sich langsam zu Bildaussagen formen wollten.

Es ist eine dem Abenteuer Himalaya folgende Entdeckungsreise, auf der ich mich seit Oktober 2010 mit dieser Bildersequenz befinde.

Reihe Tao der Bewegung

Viel langsamer bewegt sich der Zyklus "Tao der Bewegung" mit 24 Fresko-Bildtafeln, der eine Folge der Reise in 2009 war und eine direkte Begegnung mit dem Dalai Lama

verarbeitet - auch diese Reihe weist eine große Farbigkeit auf. Hier bin ich weiter auf dem Weg

Hommage an die Lieblinge

Diese Bilderserie hat eine Reihe eingeläutet von Arbeiten, in der ich eine Haut herstelle und auf "Durchgeschlagenes" reagiere, indem ich sie "bezeichne" mit feinsten Linien und

Verletzungen. Die Herangehensweise dieser Reihe ist eine Liebeserklärung an das Leben, in dem geschieht und MENSCH der Betrachtende von dem ist, was uns geschenkt wird.

Gabriele Musebrink

 


 

2011-02-24

"FUNDSTÜCK" ASSISTENZ UTE HOEG

Liebt man das, was man tut, so sucht man keine Assistenz - zumindest nicht ich. Man findet sie.

Das Buch von mir "Aufladung" Entladung“ hatte sich auf die Reise gemacht und mich nach sich gezogen: Kunstdemonstrationen und Seminartätigkeit verteilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Interesse an Stofflichkeit, an Haptik, an aus der Bildebene heraustreten, konnte ich noch vor kurzem in einer Ausstellung sehen der ZERO-Künstler und natürlich auch bei dem Maler Emil Schumacher.

In meinem Wirken hat zusätzlich der Teil "Unkontrollierbares Entstehen-Lassen" - aus einer Zentrierung heraus und einem Impuls folgend - nur noch einen wesentlich größeren Anteil.

In unserer Welt, in der Spezies Mensch sich auftürmt, als wenn er das Geschehen universaler Kräfte im Blick hat oder sogar beeinflussen kann, gibt es ganz offensichtlich eine Gruppe Menschen, die ahnen, dass dem so nicht ist. Und die kommen zu mir in die Kurse und stellen sich nicht nur der haptischen Oberfläche, sondern lassen unkontrollierte Werdensprozesse ihres Bildes zu, schauen, sind fasziniert und lernen neue Möglichkeiten der Reaktionen von Materialien zueinander zu, im Betrachten des Geschehens.

Und einige sind darunter, die in die Tiefe dieser Seinsprozesse spüren. Und so kam Ute zu mir. Ihr künstlerisches Arbeiten bekam eine komplett neue Ausrichtung durch das Kennenlernen dieser Herangehensweise und ließ sie innerlich aufrichten: "Das ist es, dafür gehe ich. Das hat mit mir zu tun." Als dann die Nachfrage an Seminaren für mich allein nicht mehr zu bewältigen war, fiel sie mir sofort ein. Ich fragte sie. Und was ich nicht wusste: sie hatte sich innerlich gerade entschlossen, ihrem alten Beruf den Rücken zu kehren und Kunst zu unterrichten. So fiel beides stimmig zusammen.